Ein wesentliches Ergebnis der Evaluierung ist, dass die vorhandenen Daten und Aussagen der Regionalpläne bisher noch nicht in ausreichendem Maße die Anforderungen berücksichtigen, die sich aus den zu erwartenden Klimaänderungen ergeben. Insbesondere wird in den Daten zu besonderen Klimafunktionen nicht die prognostizierte verstärkte Überwärmung von bebauten Ortslagen einbezogen. Auch fehlt in der Modellregion eine systematische Ermittlung von reaktivierbaren Überschwemmungsgebieten. Verbesserungswürdig erscheint in den Regionalplänen auch die Auswahl der landwirtschaftlichen Vorbehalts- und Vorranggebiete, weil diese auf klimatischen Parametern basieren, die aus dem Zeitraum vor 1970 stammen und somit die Folgen des Klimawandels (wie veränderte Erosionsgefährdung) nicht berücksichtigen.

Ausführlichere Ergebnisse finden Sie hier.

 

Beitrag der Hessenschau des Hessichen Rundfunks zur Expertenbefragung, die von der TU Darmstadt im Rahmen des klamis-Projekts durchgeführt wurde:

Die Auswertung der Expertenbefragung kam zu folgenden Ergebnissen:

Zu erwartende Klimaentwicklung in Hessen (Ergebnisse des Integrierten Klimaschutzprojektes INKLIM 2012 vom Fachzentrums Klimawandel Hessen):

  • seit 1950 Anstieg der Durchschnittstemperatur in Hessen um 0,9 Grad Celsius
  • Erwärmung um durchschnittlich 2-3 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 in Hessen
  • leichte Verschiebung der Niederschläge in den Winter

 

Hochwasser & Starkregen:
  • allgemein muss durch den Klimawandel mit häufigeren Hochwassern gerechnet werden
  • aufgrund der Verschiebung der Niederschläge vom Sommer in den Winter wird eine steigende Gefahr von Winterhochwassern prognostiziert
  • besonders an kleinen und mittleren Flüssen ist bei häufigeren und heftigeren Starkregenereignissen mit Problemen zu rechnen

Landwirtschaft:
  • die möglicherweise geringe Wasserverfügbarkeit im Sommer während der Trockenphasen wird in Zukunft ein Problem für die Landwirtschaft werden
  • es ist mit mehr Extremereignissen wie Starkregen oder Hagel, einer Ausweitung der Vegetationszeit, einem vermehrten Auftritt von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen sowie Bodenerosion zu rechnen
  • Obstbäume und auch Weinberge können allgemein von längeren Wachstumsperioden profitieren, allerdings stellen potentielle Spätfröste Probleme dar
  • eine erhöhte Sonnenstrahlung (UV-Strahlung) kann zu Sonnenbränden an Früchten wie Äpfeln führen

 

Biotopverbund:
  • die Abnahme von Frosttagen sowie Starkregenereignisse und Stürme haben Auswirkungen auf die Biotope und die Biodiversität
  • für Pflanzen sind vor allem die Austrocknung von Kleingewässern, der Anstieg der Wassertemperaturen, Trockenstress und Spätfröste problematisch
  • die Vegetationsperiode wird durch den Temperaturanstieg länger
  • Risiken werden vor allem für kühle und feuchte, also meist montane oder boreale Lebensräume gesehen

 

Siedlungsklima:
  • die Aufenthaltsqualität in den Stadtquartieren wird durch Hitzestress sinken, der Aufenthaltsort innerhalb der Städte wird immer wichtiger, die Sterblichkeitsrate wird steigen
  • es könnte Probleme mit der Wasserversorgung und der Energieversorgung aufgrund zu hoher Wassertemperaturen geben
  • die siedlungsklimatischen Effekte werden sich durch den Temperaturanstieg verstärken
  • durch längere Sonneneinstrahlung können höhere Maximaltemperaturen erreicht werden, was den Hitzeinseleffekt weiter verstärken wird
   

Die vollständige Auswertung der Expertenbefragung finden Sie hier.